Freitag, 30. Januar 2009

Schlüsselblume

Himmelsschlüssel - die Schlüsselblume
Symbol für Frühling, Hoffnung, Jugend, Unschuld, Heilkraft des Frühlings, Öffnung des Himmels

Schenken Sie eine Schlüsselblume, sagt diese: "Gib mir den Schlüssel zu Deinem Herzen."

Sie ist mit Symbolik und Sagenschätzen bedacht und eine der ersten Frühlingsblüten. Sie wird auch Primel (Primula veris) genannt. Mit ihr wird der Kummer des Winters vertrieben und der nahe Frühling verkündet.

Seit jeher erinnern die dicht gedrängten Blüten an die Gestalt eines Schlüssels. Als Himmelsschlüssel wurde die Blume zum Symbol der Gottesmutter, aber auch zur Zauberpflanze, mit deren Hilfe man verborgene Schätze zu entdecken erhoffte.

Die Schlüsselblume steht in Deutschland unter Naturschutz.

Die Legende erzählt, dass Petrus einst der Schlüsselbund entglitten und zur Erde gefallen sei. Durch Berührung mit der Erde sei die Schlüsselblume entstanden. Die Schlüssel zur Himmelspforte wurden von einem Engel zurückgeholt, die Blumen blieben aber zur Erinnerung stehen.

Gedichte

Primel

Mickiewicz, Adam (1798-1855)

Lerche zu des Frühlings Ruhme
Hat ihr Erstlingslied gesungen,
Blumenerstling Schlüsselblume
Hat sich goldnem Kelch entrungen.

Blümchen, bist zu früh gekommen!
Mitternacht haucht noch so kalt.
Hast den Schnee nicht wahrgenommen?
Feucht ist noch der Eichenwald.

Schließ die goldnen Äuglein wieder,
Birg dich in der Mutter Schoß,
Eh' der Reif dir mitleidslos
Starren macht die zarten Glieder.

Unsre Tage Falterstage,
Morgen Leben, Mittag Sterben.
Ganzem Herbst ich gern entsage,
Einen Lenztag zu erwerben.


Willst den Freunden Kränze bringen,
Oder der Geliebten dein?
Wirst aus meiner Blüt; ihn schlingen,
Soll's der Kranz der Kränze sein.

Unterm Gras, in wildem Hain
Keimtest du, geliebte Blume,
Klein an Wuchs, an Glanze klein,
Darfst du späh'n nach solchem Ruhme?

Wo sind deiner Schönheit Pfänder,
Wo der Tulpe stolzer Bund?
Wo der Lilie Lichtgewänder,
Wo der Rose Brust so rund?

Will zum Kranze dich verflechten,
Doch woher so viel Vertraum?
Freunde und Geliebte, möchten
Sie auch huldvoll auf dich schaun?

Glaub's, der Freund heißt mich willkommen,
Mich, des jungen Frühlings Engel,
Glanz nicht mag der Freundschaft frommen,
Schatten liebt sie wie mein Stengel.

Ob ich wert der Liebsten Hände,
Sag's, Marie, du himmlisch hehre!
Für der Erstlingsknospe Spende
Wird mir, ach! nur eine Zähre.


Frühling übers Jahr
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832)

Frühling übers Jahr
Das Beet, schon lockert
Sichs in die Höh,
Da wanken Glöckchen
So weiß wie Schnee;
Safran entfaltet
Gewaltge Glut,
Smaragden keimt es
Und keimt wie Blut.
Primeln stolzieren
So naseweis,
Schalkhafte Veilchen,
Versteckt mit Fleiß;
Was such noch alles
Da regt und webt,
Genug, der Frühling,
Er wirkt und lebt.

Folgenden Artikel aus dem Buch "Die Blumensprache oder Symbolik des Pflanzenreichs" nach dem französischen der Frau Charlotte de Latour von Karl Müchler (1820) möchte ich dem Leser nicht vorenthalten:

Schlüsselblume
Erste Jugend.
Die safrangelben Büschel der Schlüsselblume verkünden den Zeitpunkt, wo der scheidende Winter den Rand seines schneebedeckten Mantels schon mit Grün und Blümchen geschmückt sieht. Es ist nicht mehr die Jahreszeit des Reifs, aber auch noch nicht die der wärmern schönen Tage. So schwebt ein junges Mädchen einige Zeit zwischen der Kindheit und Jugendfülle. Die schüchterne Agathe hat jetzt ihren funfzehnten Lenz verblühen sehen: gern möchte sie die kindlichen Scherze ihrer jungen Gespielinnen noch theilen, aber sie wagt es nicht mehr. Sie sieht ihnen von weitem zu, und wünscht heimlich, wie sie, aus Schlüsselblumen Kränze zu winden, die man sich um diese Zeit wechselweise zuwirft. Aber ein unbesiegbarer Widerwille verscheucht den Trieb zu diesem unbefangenen Scherz aus ihrem Herzen. Eine schmachtende Blässe verbreitet sich über ihr Gesicht, sie läßt das Köpfchen sinken, ihr Herze füllt ein unbekanntes Sehnen, sie seufzt, sie nährt Wünsche, vor denen sie schüchtern zurückbebt. Sie hat gehört, so wie der Lenz dem Winter folgt, so folgen die Freuden der Liebe dem Spiele der Kindheit. Armes Mädchen, Du wirst sie kennen lernen, diese Freuden, die stets mit Bitterkeit und Thränen vermischt sind. Die wieder erblühte Schlüsselblume verkündet sie dir jetzt, aber sie sagt dir auch, daß die unbefangenen Jahre der Kindheit für Dich nie zurückkehren können. Ach! nach einigen Jahren wird sie Dir verkünden: daß auch Liebe und Jugend unwiederbringlich dahinscheiden.

Flüchtig mögen beide schwinden.
Wer sich ihrer Weis' erfreut
Wird auch noch in spät'rer Zeit
Kränze der Erinn'rung winden,
Unvergänglich frisch und schön,
Und kein Sturm kann sie verweh'n.

Lilie (weiße)

Symbol für das Heilige, Keuschheit, Jungfräulichkeit, Erwählung, Hoffnung, Reinheit, edle Gesinnung, Schönheit, Gnade und Vergebung, verlassene Unschuld, Tod.

Die Lilie ist ein schier unzeitgemäßes Symbol für Licht, Reinheit und Unschuld. Bis heute aber ist die Lilie auch das Erkennungszeichen der französischen Monarchisten. An Bedeutung kommt der Rose also fast nur die Lilie nahe. Ist die Rose das Bild der Liebe, so ist die Lilie ein Ausdruck für Würde und selbstbewusste Unantastbarkeit.

Das Überreichen einer gelben Lilie soll heißen: Ich zweifle an deinen Absichten, eine orange Lilie sagt: Ich hasse dich, du weißt warum .. Eine weiße Lilie hingegen sagt: du bist himmlisch!

Gedichte über die Lilie

Gleich der Lilie, die erhöhet
Clemens Brentano (1778 - 1842)

Gleich der Lilie, die erhöhet
Unter Dornen leuchtend steht,
So die Freundin rein erhöhet
Unter andern Töchtern steht.

Wie die Lilie leuchtend strahlet
Klar und rein und ohne Schuld,
Steht Maria lichtdurchstrahlet
Von des Himmels Gnad und Huld.

Dornen viel aus ihrem Stamme
Trafen sie in ihrem Sohn,
Doch des Herzens reine Flamme
Gab für Bittres süßen Lohn;

Denn wenn sie die Dornen spornen,
Duftet sie nochmal so süß,
Drum als Lilie unter Dornen
Sie das hohe Lied auch pries.

In der Lilie sieben Speere
Tragen goldne Körnlein lind,
Weil des heilgen Geistes Ehre
Siebenfach in Strahlen rinnt.

Nieder sind sie reich getauet
Zu des ewgen Königs Sohn,
Als er liebend hat gebauet
In der Lilie seinen Thron.

Einst auch strahlt zur letzten Stunde,
Wenn er uns zu richten kehrt,
Aus des ewgen Wortes Munde
Rechts die Lilie, links das Schwert.

Rechts die Lilie, die Gnade,
Links das Schwert, gerecht und streng,
Links hin führen breite Pfade,
Rechts hin Pfädlein, schmal und eng.

O du Lilie unter Dornen!
O du Mutter gnadenvoll!
Lasse mich durch Leiden spornen,
Wie ich rechts hin wandeln soll.

Gut wohl ist es mit den Frommen
Fromm zu sein, mit Reinen rein,
Aber es ist hoch vollkommen,
Unter Dornen Lilie sein.

Drum in Dornen hoch erhöhet
Die geliebte Lilie blüht,
Die da für die Sünder flehet,
Bis das Heil sie niederzieht.

Bis aus ihr, dem Kelch der Gnade,
Stieg des heilgen Geistes Frucht,
Jesus, der auf dorngem Pfade
Das verlorne Schäflein sucht,

Der da durch die Dornen dringet
Nach der Lilie, nach der Braut,
Bis er sie zu Tage ringet
In der Kirche Blut betaut,

Die mit Rosen hoch verzieret,
Die mit Lilien rein geschmückt,
In den Martyr’n triumphieret,
In den Jungfraun still entzückt.

Die als Brautleib auserwählet
Mit des höchsten Königs Sohn
Ewig jubelnd wird vermählet
Vor des Vaters heilgem Thron.

Siehst die Lilie du, Adele!
Und das Kindlein auch dabei,
Sorge treu, daß deine Seele
Für das Kindlein Lilie sei!

Dieses Lied sang von der Lilie,
Der in Dornen weidend geht,
Weil sie reimet auf Emilie,
Die sub rosa sich versteht.


Die Rose, die Lilie, die Taube, die Sonne
Heinrich Heine (1797-1856)

Die Rose, die Lilie, die Taube, die Sonne,
Die liebt' ich einst alle in Liebeswonne.
Ich lieb' sie nicht mehr, ich liebe alleine
Die Kleine, die Feine, die Reine, die Eine;
Sie selber, aller Liebe Wonne,
Ist Rose und Lilie und Taube und Sonne.
Ich liebe alleine
Die Kleine, die Feine, die Reine, die Eine.


Die Lilien
(Ferdinand von Saar 1833-1906)

Seh' ich feuergelb und weiß
Schmücken euch des Sommers Fluren,
Wandelt meine Seele leis'
Auf der Schöpfung heil'gen Spuren.

Denn so wie in euch der Schnee,
Sanft erwarmend, sich gestaltet:
Ist in euch der Flamme Weh'
Auch zur Blume still erkaltet.

Und ich ahn' in tiefster Brust,
Wie die Kräfte sich durchdringen,
Und im All, hold unbewußt,
Gegensätze sich bezwingen!

Dienstag, 20. Januar 2009

Schneeglöckchen

Es sieht fast aus, wie der Schnee selbst und versteckt sich häufig unter diesem. Es ist wohl die erste blühende Pflanze, die sich bereits im Winter, und zwar vom Februar bis März, zeigt.

Das Schneeglöckchen ist ein Zwiebelgewächs. Die Blüte hat drei äußere und drei innere Blütenblätter. Die inneren Blütenblätter sind etwa halb so groß wie die äußeren. Sie tragen an der Spitze einen grünen Fleck. Die Pflanze wird 8 - 30 cm hoch.

Eine Bedeutung des Schneeglöckchens heißt Trost.
Die Blumensprache sagt: "Aus deinen Blicken strahlt die Reinheit deines Herzens."

Ein kleiner Strauß von Schneeglöckchen erfreut mit Sicherheit jeden. Es gibt zahlreiche Gedichte und Geschichten über das Schneeglöckchen. Eine kleine Auswahl wird anschließend gebracht.

Ein kleines Frühlingslied über das Schneeglöckchen:

Der ursprüngliche Text stammt von Hedwig Haberkern (1837-1902)
und wird heute so gesungen:

Schneeflöckchen Weißröckchen wann kommst du geschneit?
Du wohnst in den Wolken, dein Weg ist so weit.
Komm setz dich ans Fenster, du lieblicher Stern,
malst Blumen und Blätter, wir haben dich gern.
Schneeflöckchen, du deckst uns die Blümelein zu,
dann schlafen sie sicher in himmlischer Ruh'.
Schneeflöckchen Weißröckchen komm zu uns ins Tal.
Dann bau'n wir den Schneemann und werfen den Ball.

Vom Schnee und vom Schneeglöckchen

Der Herr hat alles erschaffen: Gras und Kräuter und Blumen. Er hatte ihnen die schönsten Farben gegeben.
Zuletzt machte er nun noch den Schnee und sagte zu ihm: "Die Farbe kannst du dir selbst aussuchen. So einer wie du, der alles frisst, wird ja wohl etwas finden."
Der Schnee ging also zum Gras und sagte: "Gib mir deine grüne Farbe!"
Er ging zur Rose und bat sie um ihr rotes Kleid.
Er ging zum Veilchen und dann zur Sonnenblume. Denn er war eitel. Er wollte einen schönen Rock haben.
Aber Gras und Blumen lachten ihn aus und schickten ihn fort. Er setzte sich zum Schneeglöckchen und sagte betrübt: "Wenn mir niemand eine Farbe gibt, so ergeht es mir wie dem Wind. Der ist auch nur darum so bös, weil man ihn nicht sieht."
Da erbarmte sich das Schneeglöckchen und sprach: "Wenn dir mein Mäntelchen gefällt, kannst du es nehmen."
Der Schnee nahm das Mäntelchen und ist seitdem weiß.
Aber allen Blumen ist er er seitdem feind, nur nicht dem Schneeglöckchen.
Dähnhardt, Oskar (1870-1915)


Volkslied Schneeglöckchen kling

Schneeglöckchen kling,
Frühling uns bring,
bring uns den Sonnenschein,
wacht auf ihr Blümelein,
Schneeglöckchen kling,
Frühling uns bring.

Vöglein trara,
sind wieder da,
bau'n sich ein Nestelein,
für ihre Kinderlein.
Vöglein trara, sind wieder da.

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